Sie hat keine Bock mehr.

Auf Phantasievorstellungen, WhatsAPPGeflüster, virtuellen sexuellen Austausch, oder stundenlanges hin und her Geschreibsl. Sie hat keine Bock sich in Worte oder Ideen zu verknallen, oder an irgendwelche Hoffnungen zu klammern, von Jemandem, der zwar schreiben kann, aber nicht da ist.

Sie will Fleisch berühren, sie will Schweiss riechen, sie will Tränen küssen, sie will Haut fühlen, sie will wenn er was sagt, den Atem an ihrem Ohr haben. Sie will nicht mehr warten ob er morgens schon schreibt, sondern sie will ihn berühren, wenn sie aufwacht. Sie hat keinen Bock mehr auf Distanzgeschichten oder MessangerBeziehungen.

Sie will seine Lippen küssen können, während er spricht. Sie will die Vibration seiner Stimme wahrnehmen und ebenso seinen Herzschlag. Sie will sein Ja nicht lesen, sondern es sehen.

Sie hat keinen Bock mehr auf diese selbstkreierte Soap und die Blase die zerplatzt, wenn hinter dem geschriebenen Wort nicht der Mann verborgen ist, sondern nur eine Möchtegernvariante.

Es ist alles so selbstverständlich geworden. Die Erreichbarkeit, die Auswahl, die Möglichkeiten… wenn nicht sie, dann mit einem Wisch die Nächste auf dem Tisch.

Sie hat keinen Bock mehr. Sie atmet auf. Und fällt in diese angenehme Stille hinein… und denkt sich, lasst mich einfach alle in Ruhe. Und wenn ihr was wollte, bewegt euren A**** und setzt Himmel und Hölle in Bewegung… das zu tun, von was ihr so gerne träumt. Für ne ganze lange Weile lang.

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Moksha Devi

Autorin von „Die Seelenflüsterin“, wilde Frauenpoesie

Pic: Unknown