Innere Kinder eine überraschende Wendung

Vorgestern hatte ich eine Skype-Beratung für eine Schweizer Lehrerin. Ihr großer Schmerz bestand darin, ihren Unterricht mit den kleinen Kindern nicht aus dem Herzen heraus gestalten zu können, da sie zwischen zwei Mühlsteinen (die Schulpolitik auf Seiten des Arbeitgebers und die elterlichen Dramen und Ansprüche auf Seiten ihrer Schüler) steht.

Im Laufe der Erkundigungen trafen wir auf ihr inneres Kind, das seit fünf Jahrzehnten in einer Ecke saß und um nichts in der Welt bereit war, ins Leben zu springen. Das Nein der Geburt ließ sich nicht umkehren, trotz vieler Versuche, das Innere Kind zu heilen, was als ein schon fast institutionalisierter Ansatz in der Szene gilt.

Doch hier zeigte sich eine langjährige Pattsituation. Das innere Kind wollte nicht, aber sollte. Und die Erwachsene wusste sich nicht mehr zu helfen.

Und dann löste es sich ganz einfach. Ich sagte: „Hast du es schon mal gefragt, ob es gehen will?“ Erschrecken. Nein. „Frag es.“ Die freudige Antwort kam sofort: „Ja, ich will gehen.“ Wieder Erschrecken. „Heißt das, dass ich dann sterben muss“ (die Frau hatte in den letzten Tagen mehrfach von Tod geträumt)?

Das innere Kind möchte endlich sterben und gehen. Der erwachsene Mensch bleibt – und empfängt ein neues inneres Kind. In diesem Fall stammte das alte aus dem Seelenclan (10. Ebene), wohin es zurücksauste, und das neue kam aus der Großen Familie von zwei Etagen höher: aus den Sonnenreichen, von wo es hereinflutschte.

Grübelnde Verwirrung, plötzliches Erschrecken, heftiger Tränenstrom, im Körper erschütternder Aufstieg von Trauerschmerz – und danach befreites Gelächter und eine grandios aufleuchtende Aura. Alles dies im Laufe von weniger als fünf Minuten.

Schaut nach euren Inneren Kindern
Meine Absicht, dies mit euch zu teilen, entspringt dem gespürten Ruf vieler festgesteckter innerer Kinder, die geheilt werden „sollen“ – aber nicht wollen, sondern einfach zurück nach Hause. Stellt ihnen frei, zu bleiben oder zu gehen. Und wenn sie gehen, dann kommt ein neues inneres Kind aus einer höheren Ebene herein.

Fazit: Die alten inneren Kinder scheinen spezialisiert zu sein auf die Vergangenheit, den Schmerz der Ahnen, den sie dann gleich mitnehmen, auf Angst und Schuld (also Spezialisten für das Menschsein). Die neuen inneren Kinder scheinen die Spezialisten der Gegenwart und Zukunft zu sein, der Lebensfreude und der Liebeskraft.

Also auch hier im eigenen Innersten

Quelle: Kristallmensch